Maulwurfsgrille – Alle Fakten zur Heuschrecke

Mauwurfsgrille wärmt sich ufDie Maulwurfsgrille (Gryllotalpidae) gehört zur Gattung der Tiere bzw. der Familie der Heuschrecken. Rund 100 Unterarten sind hierbei von ihr bereits bekannt. In den Breitengraden Mitteleuropas herrscht nur eine Gattung vor. Die Europäische Maulwurfsgrille, auch bekannt unter den Namen Gryllotalpa gryllotalpa.

Namensherkunft der Maulwurfsgrille

Der Name der Grille bezieht sich seinem Ursprung nach auf die Europäische Maulwurfsgrille und diese Namensgebung entspringt ihrem Aussehen. Sie verfügt über große Grabschaufeln und lebt grundsätzlich – ähnlich dem echten Maulwurf – unterirdisch im Erdreich. Gleichermaßen deutet ihre optische Form eher auf eine Grille hin. Auch die Tonlaute die die Grille von sich gibt sind derer einer Standardgrille außerordentlich ähnlich. Auch der offizielle Name Gryllotalpa stellt eine Zusammensetzung zweier Namen dar. Gryllidae von Grillen sowie Talpa europea für den Maulwurf. Die erste wissenschaftliche Bezeichnung für die Maulwurfsgrille unter dem Namen Gryllus geht bereits auf das Jahr 1758 zurück. Die Gattung grlyotalpa hingegen findet ihren Ursprung im Jahre 1802.

Fakten: Zum Maulwurfsgrille 
Ausbreitung der GryllotalpidaeKlasse: Insekten
Unterklasse: Fluginsekten
Ordnung: Heuschrecken
Unterordnung: Langfühkerschrecken
Familie: Maulwurfsgrillen
Größe: Einige Arten erreichen eine Größe von 6 - 9 cm
Anzahl an Arten: Mehr als 100 Arten weltweit
Anzahl der Gattungen: 6 lebende Gattungen + einiger Fossilien
Bevorzugte Erde: Gut grabfähigen Sand- oder Lehmböden
Tunnellänge: Bis zu mehreren Metern und bis zu 4 Meter in die Tiefe

Merkmale dieser Grillenart

Maulwurfsgrille gräbt sich einBei den Maulwurfsgrillen handelt es sich um große und zylinderförmige gelb bis braun gefärbte flache Tiere, die im weitesten Sinne noch zu den Heuschrecken gehören. Ihr ganzer Körper ist durchweg mit einem Hauch von Haarkleid überzogen. Ihre Augen sind ebenfalls sehr gut ausgeprägt und leistungsfähig. Ihre Antennengröße ist nicht sonderlich stark in der Länge und entspricht größenmäßig etwa der Länge ihres Halsschildes.

Das markanteste Merkmal der Tiere sind ihre Vorderbeine, welche sie vorwiegend zum Graben in den Einsatz bringt. Das wichtigste Organ zum Graben ist die sogenannte TIBIA. Diese verfügt über vier einsatzfähige große Finger, die Dactylen. Zwei dieser sind unbeweglich und fest verankert während die anderen beiden hingegen sehr gut beweglich sind. Die Hinterbeine der Maulwurfsgrillen sind im Gegensatz zu den Vorderbeinen nicht sonderlich stark entwickelt. Daher hat diese Art der Grillen auch keine Möglichkeit sich springend vorwärts zu bewegen. An den Vorderbeinen befinden sich die wissenschaftlich bezeichneten Tympanalorgane. Diese sind für das Hörvermögen der Grille unersetzlich wichtig.

Maulwurfsgrillen verfügen über Flügel und daher über recht gute Flugeigenschaften. Allerdings finden sich bei wenigen Unterarten verkümmerte oder verkürzte Hinterflügel. Bei diesen Variationen ist die Flugfähigkeit leider nicht mehr gegeben. Die vorderen Flügel werden auch als Deckflügel beziehungsweise als Tegmina bezeichnet. Die hinteren Flügel verfügen nur über eine sehr dünne Stabilität und sind während der Ruhephase zusammengerollt und zusammengefaltet. Sie befinden sich direkt unter den Vorderflügeln. Die Spitzen ziehen sich noch weit nach hinten hinaus. Häufig überziehen sie noch den gesamten Hinterleib der Grille oder gar noch ein Stückchen mehr. Die Vorderflügel verfügen über eine Aderung. Mit dieser ist es für den Menschen sehr einfach möglich zwischen den Geschlechtern der Grillen zu unterscheiden. Denn die durchlaufende Aderung ist beim männlichen Geschlecht deutlich prägnanter ausgeprägt als dies bei den Weibchen der Fall ist, so dass sie sich anhand dieser Merkmale schnell unterscheiden lassen. Die männlichen Geschlechtsorgane sind bei der Grillenart im Gegensatz zu anderen Gruppen von Grillen umgebildet. Das spezifischste Merkmal ist hierbei der sogenannte undifferenzierte Endophallus.

Laute, Paarungsverhalten und Lebensweise der Grille

Die Maulwurfsgrillen männlichen Geschlechts erzeugen bestimmte Laute um durch einen Stridulierungsvorgang. Damit versuchen sie Weibchen herbeizulocken. Darüber hinaus verfügen die Männchen über die Möglichkeit bestimmte weitere Töne zu erzeugen, den sogenannten Rivalengesang. Dieser gilt als Warnung gegenüber einem männlichen Konkurrenten. Während des Gesangsvorgangs reibt die maulwurfähnliche Grille ihre beiden Vorderflügel gegeneinander.

Das Hörvermögen der spezifischen Grille ist zwar recht gut ausgeprägt, allerdings beschränkt es sich nahezu auf die Wahrnehmung der Töne ihrer Artgenossen. Studien haben jedoch ergeben, dass unter Umständen auch die Laute von beispielsweise Fledermäusen von den Grillen noch wahrgenommen werden können.

Der Paarungsvorgang an sich vollzieht sich in ihrem unterirdischen Hauptlebensraum. Das Männchen setzt dem Weibchen hierbei ein klebendes Samenpaket – die Spermatophore – auf. Im Anschluss daran legt das Weibchen einige Eier, jeweils in bestimmte Häufchen gruppiert, in den unterirdischen Gängen ihres Lebensraumes ab. Meist bedient sie sich hierfür dort vorherrschender kleiner Kammern, die oftmals sogar noch abschließbar sind. Die Nymphen an sich ähneln sowohl optisch als auch in ihrer Lebensweise den sogenannten Imagines. Die Dauer einer Generation ist meist univoltin gehalten und beträgt von daher in etwa den Zeitraum von einem Jahr. In Ausnahmefällen kann es auch zu zwei Generationen im Jahr kommen. Die Generationsdauer ist generell bei diesen Grillen in nördlicheren Lebensräumen und Gefielden zeitlich etwas länger ausgedehnt als bei Grillen in südlicheren Gegenden. Bei den meisten Gattungen wird die sogenannte Brutpflege betrieben. Dies bedeutet, dass die Weibchen die Nymphengehege und Larven bewachen und immer wieder die Eier ablecken. Dies dient dazu, die Eier vor eventuellem Pilzbefall vorbeugend zu schützen.

Lebensraum der Heuschrecke

MaulwurfsgrilleDie meiste Zeit ihres Lebens verbringt die Maulwurfsgrille in ihren unterirdischen Lebensraumgängen im Boden. Vor allem während des Stadiums als Nymphen bzw. Larven kommen sie allerdings während der Dunkelheit in der Nacht auch gehäuft an die Erdoberfläche. Die Imagines gehen insbesondere während ihrer Paarungsbereitschaft ebenfalls hinaus an die Oberfläche. Hierzu fliegen sie dann regelmäßig und das auch über teilweise größere Distanzen. Die Grillenart lebt nahezu immer in lockerer Erde, Sand- oder Lehmböden. Wichtigste Voraussetzung ist, dass der Lebensraum für sie eine gute Grabfähigkeit aufweist. Die Böden der Lebensräume sind eigentlich immer feucht oder gar wässrig. Was sie hingegen abschreckt sind zu große Wassermassen, weswegen Maulwurfsgrillen durchaus – z. B. zum Schutz von Pflanzen im Garten – per „Überflutung“ bei Bedarf vertrieben werden könnten.

Die Tunnelgänge im Lebensraum dieser Insekten haben Studien zufolge eine Länge von bis zu 70 Zentimetern. Bei manchen Unterarten – besonders in Lehmböden – können sie jedoch auch deutlich gekürzter ausfallen und auch mal nur 10 Zentimeter Länge darstellen. Sie verfügen unabhängig der nachzuweisenden Länge regelmäßig über zwei Tunnelausgänge. Die Grillen kommen in unseren Breitengraden besonders im Mai und Juni auch in heimischem Gärten vor.

Nahrung der Maulwurfsgrille und ihre Feinde

Maulwurfsgrillen gehören bezüglich ihrer Nahrungssuche – und Aufnahme zu den Räubern unter ihren Arten. Sie ernähren sich hauptsächlich von anderen ebenso im Boden lebenden Lebewesen (wie z. B. Arthropoden), sind vorwiegend Pflanzenfresser und bedienen sich hierbei auch schon einmal den Wurzeln von den sich an der Oberfläche befindlichen Pflanzen.

Einer der Hauptfeinde der Maulwurfsgrille ist die sogenannte Grabwespe, genauer gesagt die der Unterart der LARRA. Die Wespen sind dabei sehr geschickt dazu in der Lage die Grillen in ihren Gängen zu verfolgen. Mit einem einzigen Stich macht die Wespe die Grille durch eine einsetzende Lähmung handlungsunfähig. Unmittelbar am Angriffsort besetzt die Wespe die Grille sodann mit ihren Eiern. Es wurden sogar bereits einmal vorsätzlich Wespen der Gattung Larra in Südamerika hervorgezüchtet um sie gezielt im Rahmen einer Bekämpfung gegen die Maulwurfsgrille – und dies mit recht hohem Erfolg – einzusetzen.

Die Raupenfliege gehört beispielsweise auch zu den Feinden dieser Grillenart. Diese Art der Fliege greift allerdings und interessanterweise nur Grillen an, welche gerade akustische Töne von sich geben. Bestimmte Arten von Nematoden wurden ebenfalls bereits sehr erfolgreich und attackierend gegen die Grille eingesetzt. Nematoden sind heutzutage sogar für Privatmenschen für den Einsatz im Garten im Handel erwerblich.

Verbreitung der Maulwurfsgrille

Australien und Neuseeland:

In Australien sind gegenwärtig 12 Arten der Gattung Gryllotalpa differenziert und bekannt. Wissenschaftliche Untersuchungen deuten darüber daraus darauf hin, dass sich noch bis zu zehn weitere Unterarten im australischen Lebensraum aufhalten könnten. Sie leben auch nahezu alle am Wasser oder in feuchten Böden. Dabei spielt es keine Rolle ob es sich hierbei um den Regenwald handelt oder „nur“ um eine kleine Art Pfütze oder Lache in einem Garten. Insbesondere die Arten Gryllotalpa monanka und Gryllotalpa coarctata können aufgrund ihrer hervorragenden fliegerischen Leistungen auch abgelegene Orte erreichen. Während in Australien eine ganze Reihe von Unterarten bekannt sind, herrscht im nahegelegenen Neuseeland nach aktuellem Wissensstand lediglich eine Art vor. Und zwar die Triamescaptor aotea. Diese verfügt über ein Alleinstellungsmerkmal der Maulwurfsgrillen, denn sie hat als einzige Grille ihrer Art drei Zähne an den Vorderbeinen. Diese verwendet sie zusätzlich zum Graben.

Europa:

13 Unterarten der Gattung Gryllotalpa sind wissenschaftlich bisher in Europa bestätigt. In Deutschland findet sich lediglich die europäische Maulwurfsgrille, die Grylotalpa gryllotalpa.

Afrika:

Auch auf dem afrikanischen Kontinent sind bislang 13 Unterarten der Maulwurfsgrille identifiziert. Diese zwei Unterarten werden wiederum zwei verschiedenen Gruppen zugeordnet. Der Parva Gruppe als auch der africana Gruppe. Die Gryllotalpa africana findet sich bis hin zu den Kanaren, Portugal sowie dem südlichen Asien wieder. Allerdings ist die dortige Verbreitung nicht ganz so weit fortgeschritten, wie man einst gedacht hatte. Ältere Quellen liefern daher oftmals noch fehlerbehaftete Daten.

Amerika:

In Nordamerika sind drei autochthone Arten bekannt sowie weitere sieben hinzugekommene neozoische Familiengruppen. Die Neocurtilla hexadactyla kommt in den nördlichen Breitengraden Amerikas vor, gelegentlich ist sie jedoch auch in Südamerika anzutreffen. Die zwei weiteren Unterarten finden sich allerdings äußerst selten. Weiter finden sich aus Südamerika eingschleppte fünf Gattungen mit dem Namen Neoscapteriscus. Bereits im Jahre 2015 wurden sie wissenschaftlich zur Überart der Scapteriscus hinzugezählt.

In Südamerika lebt eine kunterbunte Vielfalt der Maulwurfsgrille. Belegt sind Arten wie Gryllotalpella, Scapteriscus, Leptocurtella und Neoscapteriscus. Doch selbst von der Gryllotalpa finden sich Abkömmlinge in Südamerika. Die Mehrzahl der Familien der Maulwurfsgrille leben in den Böden der dortigen Regenwälder.

Asien:

In Asien finden sich, vorwiegend auf Indien fixiert, die Gattung Indioscaptor. Aber auch die Gryllotalpa ist in ganz Asien ansässig. In China wuden bisweilen sieben Arten festgeschrieben. Am häufigsten verbreitet ist die Unterart, die Gryllotalpa Orientalis.

Maulwurfsgrillen als Schädlinge

Heuschrecke MaulwurfEinige der Maulwurfsgrillen Gattungen sind dem Menschen als Schädlinge ein bekannter Begriff. Auf dem afrikanischen Kontinent richten einige dieser Grillarten einen nicht unerheblichen landwirtschaftlichen Schaden an. Doch auch die in Europa und Deutschland lebende Europäische Maulwurfsgrille verursacht in einigen ferneren Regionen immer wieder einen Schaden an der Landwirtschaft. In Ländern wie beispielsweise den Philippinen verursachen die dort ansässigen Maulwurfsgrillen ebenso einige Schäden, jedoch gelten diese dort darüber hinaus auch als Delikatesse und stehen hin und wieder auf dem Speiseplan der einheimischen Bevölkerung.

Auch Florida in den USA leidet extrem unter den schädlichen Auswirkungen der durch Südamerika übersiedelten Gattungen. Der die Wirtschaft betreffende finanzielle Schaden geht laut Expertenaussagen in Millionenhöhe. Um der Maulwurfgrille Einhalt zu bieten hat man bis in die 1970er Jahre hinein erfolgreich mit dem Mittel Chlordan gegen die Tiere angekämpft. Aus Umweltgründen wurde die chemische Keule zur Bekämpfung der Insekten allerdings bereits seinerzeit verboten. Heutzutage bekämpft man – sofern es von Nöten ist – die Maulwurfsgrille anhand natürlicher Feinde (Antagonisten) Zu ihnen gehört wie eingangs erwähnt beispielsweise die Grabwespe der Gattung Larra bicolor und ebenso erfolgreich die sogenannten Nematoden.

Artenschutz der Grillenart

Bestimmte Gattungen der Heuschrecke und damit auch dieser Grillenart sind vom Aussterben bedroht. Insbesondere in Amerika und auf dem westlichen afrikanischen Kontinent. Aber auch in unseren Breitengraden nimmt die Gefährdung zu. Schon im Mai des Jahres 2002 wurde die Europäische Maulwurfsgrille in Deutschland offiziell in die Gefährdungsstufe 2 eingegliedert, was einer sehr starken Gefahr beziehungsweise Bedrohung gleichzusetzen ist. In der Bundesrepublik Deutschland besteht für die Europäische Grille allerdings offiziell kein Artenschutz trotz der hohen Gefährdung.

Maulwurfsgrille in der Medizin

Die Maulwurfsgrille verfügt über eine Sekretbildung, welche sie zur Abwehr von Feinden absondern und einsetzen kann. Dieses Sekret verfügt über diverse heilende Wirkungen beim Menschen. So wird das Sekret schon seit langer Zeit in einigen Ländern in eine Heilsalbe impliziert. Auch in Westeuropa ist die Forschung mittlerweile daran die heilenden Inhaltsstoffe des Sekrets zu erforschen und gegebenenfalls kommt es dadurch auch in der westlichen Welt eines Tages zu einer möglichen Heilsalbe auf dem Gesundheitsmarkt.

Evolution der Grillenart

GryllotalpidaeDiese Art von Insekten wird vom Grundsatz her in die Familie der echten Grillen zugeordnet. In vergangenen Jahrzehnten hat man sie auch oftmals noch als eine Art Schwestergruppe der Grillen bezeichnet. Wissenschaftliche und langwierige Studien haben mittlerweile ergeben, dass die Tiere am ehesten als „Schwestern“ der Ameisengrillen anzusehen wären.

Fossilienfunde belegen das Vorkommen dieser Arten von Grillen bereits in der Kreidezeit. Die Grillenfunde der Kreidezeit gehören zu den damals noch lebenden Gattungen der Marcchandiinae. In Frankreich fand man in einem Bernstein eine Larve die auch schon bereits über zwei Sporne an der Tibia verfügte. Den Fundumständen zuzuordnen, grub auch diese schon vorwiegend in feuchtem Boden. Dieser Larven-Fund war bisweilen in dieser Form einzigartig.